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Zweifelhaftes Wundermittel: MMS bei Blasenentzündung

Es kursieren eBooks im Netz, die MMS bei Blasenentzündung als Wundermittel anpreisen. MMS solle in wenigen Tagen Blasenentzündungen ein für alle Mal den Garaus machen und habe schon Hunderten Frauen dabei geholfen, die lästigen Beschwerden endlich loszuwerden.

Doch was ist dran an diesem „Wundermittel“? Was ist überhaupt MMS?

Miracle Mineral Supplement (MMS) (nicht zu verwechseln mit Kochsalz (Natriumchlorit = NaCl)) ist im Internet als Natriumchlorit (NaClO2) erhältlich. Durch Beimengen einer verdünnten Säure (dabei wird Citronensäure, Weinsteinsäure oder Salzsäure verwendet) entsteht daraus die eigentliche Wirksubstanz, das Chlordioxid (ClO2). Chlordioxid ist eine hochreaktive instabile chemische Verbindung aus Chlor und Sauerstoff, die auch als Chlorbleiche bezeichnet wird. In der Industrie kommt diese Substanz als Desinfektionsmittel für Wasser, als Bleichmittel und Anti-Schimmelmittel zum Einsatz. In den Vereinigten Staaten wird Chlordioxid zudem zur Desinfektion von Hühnerfleisch (das »Chlor-Hühnchen«) und anderem Fleisch genutzt.

Jim Humble ist Begründer der “MMS Therapie”

Der Begründer der „MMS Therapie“ ist der amerikanische Ingenieur Jim Humble. Er preist MMS als wahres Wundermittel bei aller Art von Beschwerden, von einer einfachen Erkältung oder Blasenentzündung bis hin zu Malaria oder Krebs an. Jim Humble infizierte sich während einer Dschungelexpedition mit Malaria. Statt die üblichen Medikamente einzunehmen, schluckte er große Mengen Chlordioxid, wodurch die Krankheit nach eigenen Angaben binnen weniger Stunden ausheilte. Aufgrund dieses persönliche Erlebnis ist Jim Humble der Ansicht, dass das Wasserdesinfektionsmittel schädliche Mikroben im Körper abtötet. Viele Experten – darunter Schulmediziner wie auch Naturheilpraktiker – sind jedoch der Meinung, dass es zur äußerlichen oder innerlichen Anwendung beim Menschen nicht geeignet ist. Chlordioxid wirkt reizend auf Haut und Schleimhaut, je nach Dosis kann es auch zu Verätzungen kommen.

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Achtung, Nebenwirkungen!

Selbst Jim Humble gibt zu bedenken, dass das Miracle Mineral Supplement vor allem bei sensiblen Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem unangenehme Nebeneffekte hervorrufen kann, darunter Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Kopfschmerzen.

Auch US-Forscher von der Northwestern University in Chicago haben in Tests mit an Neurodermitis erkrankten jungen Menschen gezeigt, dass eine äußerst sensible Dosierung entscheidend ist. In der Studie waren regelmäßige Bäder mit einer geringen Menge an Chlorbleiche ein einfaches Mittel, um den Hautzustand  der Kinder in kurzer Zeit zu verbessern und neuen Schüben vorzubeugen. Den Forschern zufolge soll die Chlorbleiche wirken, indem sie Bakterien abtötet, hierunter auch Staphylococcus aureus, ein Erreger, der sich häufig in den aufgekratzten Bereichen wiederfindet. Äußerlich angewandt soll stark verdünntes MMS zudem bei Kopfschuppen, Zahnabszessen, Infekten der Rachenschleimhaut, Sonnenbrand, Insektenstichen und anderen Hautverbrennungen helfen.

Viele von Jim Humble’s Anhängern behaupten, dass die orale Einnahme von MMS eine Vielzahl schwerer Erkrankungen völlig ausheilen könne, darunter auch chronische Blasenentzündungen. Dies funktioniere, indem MMS bei Blasenentzündung das Urin einfach desinfiziere und die betreffenden Bakterien abtöte. Belastbare Belege für diese Behauptung gibt es nicht. Produkte mit Natriumchlorit bzw. das daraus entstehende Chlordioxid sind in Deutschland auch nicht als Arzneimittel zugelassen. Die BfArM warnt bei hoch dosierter Einnahme der Bleiche vor Verätzungen des Magen-Darm-Trakts sowie vor Erbrechen und Durchfall. Auch soll es im Zusammenhang mit der Einnahme von MMS bereits zu Todesfällen gekommen sein.

MMS bei Blasenentzündung: Die Chlorbleiche tötet evtl. auch Probiotika ab

Ungeklärt bleibt außerdem die Frage, was mit den für ein stabiles Immunsystem dringend nötigen gesunden Darmbakterien (Probiotika) passiert, wenn man ein unspezifisch auf alle Mikroben abtötend wirkendes Desinfektionsmittel einnimmt.

Ich selbst ziehe es vor, nur mit natürlichen und seit langer Zeit bewährten Methoden gegen Blasenentzündung vorzugehen. Zwei von mir sehr geschätzte und kompetente TCM Praktiker warnten mich zudem sehr vor dem Experimentieren mit diesem Mittel. Diese Einschätzung möchte ich gerne weiteren Frauen zur Verfügung stellen, die mit dem Gedanken spielen, MMS bei Blasenentzündung einzusetzen und sich damit versprechen, endlich das verzweifelt gesuchte Wundermittel gefunden zu haben.


*Hinweis: Ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin bin, sondern aufgrund meiner eigenen Geschichte auf die Suche nach natürlichen Lösungsansätzen für Blasenentzündungen gegangen bin, über die ich hier berichte. Dieser Blog dient reinen Informationszwecken und kann eine ärztliche Behandlung nicht ersetzen. Die hier veröffentlichten Informationen dürfen keinesfalls als Empfehlung zur Selbstmedikation verstanden werden. Bei ernsthaften gesundheitlichen Beschwerden sollte unbedingt einen Arzt oder Heilpraktiker zurate gezogen werden. *

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