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Was ist eigentlich Interstitielle Cystitis (IC)?

 

Vielleicht hast du schon einmal den Begriff Interstitielle Cystitis (IC) gehört und fragst dich, was zum Himmel sich hinter diesem Wort verbirgt?

Damit bist du nicht alleine, denn auch die meisten Mediziner kennen sich mit Interstitieller Cystitis nicht aus. Dies ist sehr schade, da IC sich umso besser behandeln lässt, je früher sie erkannt wird. Unbehandelt führt die Interstitielle Cystitis zu Einlagerungen in der Blasenwand, was zum Zusammenschrumpfen der Harnblase führen kann. Im schlimmsten Falle muss die Harnblase dann operativ entfernt werden.


Und was ist Interstitielle Cystitis genau?

Die Interstitielle Cystitis ist eine abakterielle, chronische Entzündung der Blasenwand. Die Interstitielle Zystitis kann jedoch mit bakteriellen Infekten einhergehen. Betroffen sind vor allem Frauen ab 40 Jahren.

Bislang ist noch unklar, was genau die Interstitielle Zystitis auslöst. Man geht jedoch davon aus, dass bei Betroffenen die Schutzhaut der Blasenschleimhaut durchlässiger ist. Hierdurch können Bestandteile aus dem Urin, die eigentlich ausgeschieden werden sollten, die Blasenwand passieren. Die Folge ist ein gereiztes und geschwollenes Gewebe, das zu Entzündungen neigt.

 

Interstitielle Cystitis Symptome

Die Beschwerden äußern sich als brennender Schmerz in der Blase, der in nicht vorhersehbarer Weise plötzlich auftreten kann. Die Symptome können jenen einer bakteriellen Blasenentzündung stark ähneln. 

 

Folgende Symptome können ein Hinweis auf Interstitielle Zystitis sein:

  • Brennen beim Wasserlassen
  • Häufiger bis sehr häufiger Harndrang
  • Harnverhalt, d.h. Schwierigkeiten beim Wasserlassen
  • Schmerzen in der Blase, Harnröhre sowie im gesamten Unterleib bis hin zum Anus
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • Schmerzen im unteren Rücken, Hüftgelenken und Beinen

 

Wie wird Interstitielle Zystitis behandelt?

Bislang wird Interstitielle Zystitis, wenn sie denn einmal diagnostiziert wurde, mit Medikamenten behandelt, die oral verabreicht oder direkt an den entzündeten Stellen der Blasenwand eingespritzt werden.

Zum Einsatz kommt häufig der Wirkstoff Pentosanpolysulfat, ein pflanzliches, aus Baumrinden hergestelltes “künstliches Heparinoid”. Dieses soll die Blasenschutzschicht verdicken und sie undurchlässiger machen. Bei etwa 30-40% der Frauen verbessern sich die Beschwerden nach sechsmonatiger oraler Einnahme hierdurch deutlich.

Daneben kommen auch HyaluronsäureChondroitin-Sulfat, örtlich betäubende Mittel wie Lidocain oder Kortison zum Einsatz, die dann lokal eingespritzt werden.

Leider werden viele der Wirkstoffe von den gesetzlichen Krankenkassen bisher nicht übernommen. Ggf. kann hier jedoch eine Heilpraktiker Zusatzversicherung helfen, Kosten einzusparen.

 

Andere Therapeutika bei IC:

  • Schmerzmittel
  • Muskelrelaxantien und Beruhigungsmittel
  • krampflösende Medikamente
  • Antidepressiva
  • Antihistamine
  • Antiepileptika
  • Mastzellenhemmer
  • H2-Blocker
  • leukotrienhemmende Medikamente

Mehr zu den Therapieverfahren kannst du hier nachlesen.

 

Interstitielle Cystitis: Selbsthilfemaßnahmen

Ob man Interstitielle Cystitis nun schulmedizinisch behandelt oder nicht, ein individuelles Selbsthilfeprogramm ist in jedem Fall ratsam. Bewährt hat sich Wärme, z.B. in Form von Wärmflaschen oder heißen Bädern, da diese die Muskulatur entspannt und schmerzlindernd wirkt.

Ein moderates Bewegungsprogramm hat sich als eine der erfolgreichsten Begleitmaßnahmen einer IC Therapie herausgestellt. Hier bieten sich Sportarten wie Nordic Walking oder Gymnastik an.

Bei ihrer Ernährung sollten Betroffene säurehaltige Nahrungsmittel meiden, sowie Lebensmittel, die die Aminosäure Tryptophan enthalten (diese ist beispielsweise in Rotwein und Käse enthalten). Auch Koffein, Alkohol, Süßstoffe und scharfe Gewürzen sollten bei IC gemieden werden.

 

Folgende alternative Heilverfahren können bei Interstitieller Cystitis hilfreich sein:

 

  • Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), Akupunktur
  • Transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS)
  • Osteopathie
  • Craniosacraltherapie
  • Beckenbodengymnastik und -entspannung
  • Kräuterheilkunde (Kürbiskerne unterstützen z.B. die Blasengesundheit)
  • Biofeedback
  • Homöopathie
  • Massage
  • Fango
  • u.a.

Achtung!

Forschungen legen nahe, dass ein chronischer Verlauf bakterieller Harnwegsinfekte die Diagnose einer Interstitiellen Cystitis zur Folge haben kann!!

 

“Es gibt Hinweise darauf, dass es sich bei IC um eine begleitende Autoimmunreaktion der Harnblase bei chronisch entzündlichen Prozessen im Körper handelt.”
(Quelle: http://www.initiative-ic.de/ueber-die-erkrankung/interstitielle-cystitis.html)
“Viele Patienten/-innen haben eine schwere Blasenentzündung durchgemacht und berichten seitdem, trotz immer wieder unauffälligen Urins und erfolgloser Antibiotikagabe, das Gefühl zu haben, diese sei nicht ausgeheilt.”
(Quelle: https://www.ukm.de/index.php?id=9710)
Auch der Candida Pilz wird für IC mit verantwortlich gemacht. Insofern macht es auch Sinn, dass chronische Blasenentzündung in Interstitieller Cystitis (IC) münden kann: Patientinnen mit chronischer Blasenentzündung werden zur Abtötung der Bakterien häufig Antibiotika verabreicht, welche die Darmflora zerstören und dort ein Überhandnehmen des Pilzes Candida fördern. 
Candida wiederum steht im Verdacht, ursächlich für die Durchlässigkeit der Blasenschleimhaut verantwortlich zu sein, welche bei der Interstitiellen Cystitis der Grund für den permanenten Entzündungsprozess ist:




Der Candida-Pilz steht wiederum in Verdacht, ursachlich für die Durchlässigkeit der Harnblasenschleimhaut und somit für die permanent neu aktivierten Entzündungsprozesse verantwortlich zu sein. Das Immunsystem ist aufgrund der ständigen Reizüberflutung überfordert, so dass es die Situation nicht mehr kontrollieren kann.
– Zentrum der Gesundheit

Noch ein Grund dafür, sich so schnell wie möglich für die dauerhafte Heilung chronischer Blasenentzündung einzusetzen, denn diese ist leichter zu behandeln als IC!!!

 

Zum Weiterlesen:

Detaillierte Erkenntnisse über Interstitielle Cystitis liefert diese Doktorarbeit.

Es gibt einige informative Blogs, die speziell dem Thema Interstitielle Cystitis – also nicht bakterieller Entzündung der Blasenwand – gewidmet sind. Vor allem im englischsprachigen Raum gibt es einige Ratgeber, z.B.: 

http://www.icramblings.com/

https://brokenbladder.wordpress.com/

http://www.ic-diet.com/

 

 

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