Wie sieht das Ayurveda Blasenentzündung?


Traditionelle Naturheilverfahren liefern interessante Erkenntnisse zum Verständnis von Blasenentzündungen. In diesem Artikel geht es um die vedische Medizin Ayurveda. Wie sieht das Ayurveda Blasenentzündung?


Eines ist den traditionellen Naturheilverfahren gemein – sie sehen die Ursache für Blasenentzündungen in dem Verlust des natürlichen Gleichgewichts. Da jeder Fall von Blasenentzündung unterschiedlich ist, ist der Heilungsansatz immer ganzheitlich und die Diagnose und Therapie individuell.

 

Dabei nennt das Ayurveda besonders zwei Ursachen für chronische Blasenentzündung:

  1. Stoffwechselrückstände und Toxine im Körper, im Ayurveda „Ama“ genannt
  2. Eine Dysbalance in den Doshas (Pitta, Vata, Kapha)
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Dhanvatari, Urvater des Ayurveda

 

1. Stoffwechselrückstände und Toxine (Ama)

Aufgrund der natürlichen Lebensprozesse, und besonders bedingt durch einen ungesunden Lebensstil und eine ungeeignete Ernährung, entstehen im Körper ständig Stoffwechselrückstände und Toxine (Ama). Im Fall einer chronischen Blasenentzündung sammeln sich diese besonders im Bereich des Ausscheidungsorgans Blase an.

Aus diesem Grund sind die Ausleitung von Toxinen (Giftstoffen) und die Ausbalancierung der Ernährung zentrale Elemente der ayurvedischen Therapie. Die natürlichen Regulationsprinzipien müssen wieder in ein gesundes Gleichgewicht gebracht werden.

Zur Diagnose verwendet das Ayurveda, ähnlich wie die Traditionell Chinesische Medizin, eine ausführliche Anamnese sowie die Pulsdiagnose, welche Aufschluss über den Zustand der Organsysteme vermittelt.

 

Therapieinstrumente zur Heilung und Aktivierung der natürlichen Selbstheilungskräfte können beispielsweise sein:

  • die Panchakarma Tiefenentschlackung
  • Massagen, Stirngüsse und Packungen
  • Ernährungsempfehlungen
  • Kräutermischungen
  • Übungen, die bei einer bewussteren Lebensführung helfen, wie Yoga, Atemübungen und Meditation

 

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Heilkräuter
: In Indien gibt es mindestens 1400 medizinisch anerkannte Heilkräuter. Rund 400 davon kommen in den häufigsten ayurvedischen Kräutermischungen zum Einsatz. Mehrere tausend Kräuterrezepturen und -Öle werden je nach individueller Konstitution und Beschwerdebild angewandt.

 

Die Panchakarma Tiefenentschlackung

Die Panchakarma Tiefenentschlackung wird in ayurvedischen Kliniken angeboten und hilft dem Körper dabei, zu entgiften, die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren und hierdurch auch das Ausscheidungsorgan Blase nachhaltig zu stärken.

Die Reinigungskur besteht aus drei Schritten:

  1. Umweltgifte und Stoffwechselrückstände, die sich in den Körperzellen, (v.a. in den Fettzellen) abgelagert haben, mit Hilfe von Maßnahmen wie Entschlackungsmassagen und Kräuterölen zu mobilisieren, um diese aus den Zellen zu lösen
  2. Bewegung und Transport der Toxine zu den Ausscheidungsorganen durch Wärme, Dampfbäder, lokale Packungen usw.
  3. Nachhaltige Eliminierung über Darm, Mund, Nase und Haut mit Hilfe verschiedener Methoden wie individuell erstellter Abführmittel, pflanzlicher Einläufe, Brechmittel, Nasenspülungen und/oder Aderlass.

Welche Art der Ausleitung vom Therapeuten gewählt wird, hängt von der Konstitution des Patienten, von der Art seiner Erkrankung sowie von seiner körperlichen und geistigen Kraft ab.

Da die Panchakarma Tiefenentschlackung auf den ganzen Körper wirkt, ist sie zur Behandlung einer Vielzahl von Erkrankungen geeignet, besonders zur Behandlung chronischer Zivilisationskrankheiten. Beispiele: Depressionen, Diabetes, Rheuma, Migräne, Bronchitis, Blasenentzündungen.

Viele entschlackende Maßnahmen können mit etwas Recherche übrigens auch zu Hause gut und kostenarm durchgeführt werden.

 

2. Dysbalance in den Doshas

Im ayurvedischen Prinzip, ähnlich wie in der TCM, dreht sich alles um die Lebensenergie. Das Ayurveda teilt diese in drei sogenannte Doshas ein, die in jedem Menschen fließen und seine Konstitution ausmachen: Vata, Pitta und Kapha. In den meisten Menschen dominieren zwei Doshas, seltener dominiert eines oder alle drei sind ähnlich stark ausgeprägt. Jegliche Aktivität steigert oder senkt die Ausprägung eines Doshas in uns. Selbst der Tagesablauf weist Vata-, Pitta- und Kapha-Phasen auf, in denen die jeweilige Energie dominiert (hast du dich schon einmal gefragt, warum du vielleicht bis sechs Uhr morgens gut wach wirst, während es danach umso schwerer wird, aufzustehen? Dies liegt daran, dass bis sechs Uhr die dynamischere Vata Phase aktiv ist, während anschliessend die trägere Kapha Phase folgt).

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Die Doshas und ihre Störungen

Wenn die Doshas nicht im Gleichgewicht sind, kann dies körperliche und seelische Beschwerden zur Folge haben.

Um dies richtig zu verstehen: ein Mensch kann die Doshas durchaus in unterschiedlichem Ausmaße verkörpern (Grund-Konstitution), und dennoch im Gleichgewicht sein. Erst wenn ein oder mehrere Doshas innerhalb ihrer selbst aus dem Gleichgewicht geraten, müssen diese Dysbalancen reguliert werden.

Den Empfehlungen zur Behandlung von Blasenentzündungen können also unabhängig vom Grund-Typ gefolgt werden.

VATA

Vata (Luft + Raum) steuert all unsere Bewegungsabläufe bis in die Zellaktivität hinein.

Wenn Vata gestört ist, trocknet die Konstitution aus. Dies kann strukturelle Probleme wie Osteoporose, Arthritis, chronische Gelenkschmerzen, Schlafstörungen, Tinnitus, einen rastlosen, negativen Geist und Entscheidungsschwierigkeiten zur Folge haben. Die körperliche Flexibilität nimmt zunehmend ab und der Mensch verspürt mehr und mehr Schmerzen.

PITTA

Pitta (Feuer + Wasser) repräsentiert das Energie-Prinzip, welches alle Stoffwechselprozesse im Organismus sowie auch den Verstand steuert und Wahrnehmungen verarbeitet.

Pitta repräsentiert hauptsächlich das Verdauungsfeuer, welches nötig ist, um der Nahrung alle wichtigen Nährstoffe zu entziehen. Wenn Pitta
aus dem Gleichgewicht gerät, kann es zu übermäßiger Säurebildung, Sodbrennen, Aufstoßen, Verdauungsbeschwerden, Energielosigkeit, Konzentrationsproblemen, Hautirritationen, Nierenbeschwerden,

Bluthochdruck, Blasenentzündung, verminderter
Libido und ausgeprägtem Stress kommen, da das lethargische Grundgefühl das Privat- und Berufsleben stark belastet.

KAPHA

Kapha (Wasser + Erde) ist das Strukturprinzip, welches dem Körper Form, Bindung und Stabilität verleiht.

Kapha steht in Verbindung mit den Organen, dem Blut und Flüssigkeitssystem. Eine Kapha-Störung wirkt sich in
unserem Immunsystem sowie in Organen wie Leber und Herz aus. Sie kann Migräne, Wasseransammlungen, hormonelle Störungen
(z.B. Menstruations- oder Wechseljahrsbeschwerden), erhöhte Cholesterinwerte, erhöhten Blutzucker, muskuläre Probleme, Augenprobleme bis hin zu Krebs zur Folge haben.

 

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Wie therapiert das Ayurveda Blasenentzündung?

Im Ayurveda weist eine Blasenentzündung darauf hin, dass vor allem Pitta, aber auch Vata im Körper zu stark geworden ist und daher reduziert werden muss. Entzündungen haben immer mit Pitta zu tun, Schmerzen mit Vata.

Therapieformen

Neben der oben genannten Entgiftung und den Ernährungsempfehlungen bietet das Ayurveda eine Vielzahl natürlicher Hausmittel und (zum Teil fertig erstellter) Kräuterrezepturen zur Behandlung von Blasenentzündungen an.

Ernährungsempfehlungen bei Blasenentzündungen – mit Ayurveda Blasenentzündung heilen

Jedes Nahrungsmittel steigert oder senkt Vata, Pitta und Kapha. Die Ernährungsempfehlung bei Blasenentzündung lautet daher, Pitta und Vata ins Gleichgewicht zu bringen. Dies bedeutet:

-> Eine Pitta senkende Diät einhalten

-> Vata erhöhende Nahrungsmittel meiden

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Pitta

Senkend (vermehrt verzehren!): Nahrungsmittel, bei denen der süße, bittere oder herbe Geschmack dominiert. Die Getränke und Speisen sollten nicht zu heiß verzehrt werden. Milchprodukte wie Butter, Ghee und Sahne (in geringen Mengen!) senken das Dosha. Empfehlenswert sind Basmati Reis, Spargel, Gurke, Zucchini, Kürbis, Sellerie und grünes Blattgemüse. Der süße Geschmack sollte von Früchten stammen. Pitta senkende Gewürze sind Koriander, Fenchel, Kardamom, Safran, Kurkuma und Ingwer (in Maßen).

Steigernd (vermeiden!): Lebensmittel mit vorwiegend scharfem, saurem oder salzigem Geschmack sowie sehr heiße Speisen und Getränke. Darunter Sauermilchprodukte, Mais und Roggen, brauner Reis, scharfe Gemüsesorten wie Rettich, Radieschen, Chilli und rohe Zwiebeln, saure Früchte und scharfe Gewürze, da diese das Pitta-Feuer entfachen.

Vata

Steigernd (vermeiden!): Lebensmittel die kalt, trocken oder fettarm sind. Große Mengen an Salaten und Rohkost, Kohl, Keimlingen oder Kartoffeln erhöhen Vata. Beim Obst kurbeln Trockenfrüchte, saures und unreifes Obst Vata an.


Und sonst?

Generell gilt es, unbedingt scharf gewürztes Essen sowie zu viel Eiweiß und Fett zu meiden.

Weiter geht es im nächsten Blogartikel (Teil 2) mit ayurvedischen Kräuterrezepturen bei Blasenentzündungen – hier erfährst du, was genau du einnehmen kannst, um deine Blase zu stärken und den Blasenentzündungen den Nährboden zu entziehen!

 

*Hinweis: Ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin bin, sondern aufgrund meiner eigenen Geschichte auf die Suche nach natürlichen Lösungsansätzen für Blasenentzündungen gegangen bin, über die ich hier berichte. Dieser Blog dient reinen Informationszwecken und kann eine ärztliche Behandlung nicht ersetzen. Die hier veröffentlichten Informationen dürfen keinesfalls als Empfehlung zur Selbstmedikation verstanden werden. Bei ernsthaften gesundheitlichen Beschwerden ziehe bitte unbedingt einen Arzt oder Heilpraktiker zurate. *

 

 

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